FELIX

An welche Kiosk-Comics erinnert sich der Comic-Kenner, wenn er an die frühen sechziger Jahre zurückdenkt? Micky Maus, Sigurd, Fix und Foxi und natürlich Felix stehen da sicherlich ganz oben in der Nostalgie-Liste. Und obwohl die Felix-Hefte schon lange nicht mehr erscheinen, kennt doch auch heute noch fast jeder den kleinen schwarzen Kater, dessen Name beinahe ebenso zum Synonym für schwarze Katzen geworden ist wie der Name Mecki für Igel.

An dieser Stelle soll die große Zeit der Felix-Comics in Erinnerung gerufen werden, als es noch viele Jungen und Mädchen gab, die auf das Erscheinen des neuesten Felix-Heftes warteten.

                 

Zur Geschichte von Felix bemerken Fuchs und Reitberger in "Das grosse Buch der Comics":

"Ein unmittelbarer Nachfolger Krazy Kats war Felix the Cat. Felix, der von Pat Sullivan für den Zeichentrick- Film kreiert wurde kam 1923 in die Comic Strips. [...] Felix war damals eine einsame Katze, die durch eine groteske Landschaft wandelte, die von bizarren, jedem Naturgesetz spottenden Gestalten, auf dem Dach stehenden Häusern und anderen abstrusen Objekten gefüllt war, die oft surrealistischen Matamorphosen unterzogen waren."

 
         
                                     

In Deutschland bekam der kuriose Kater ab Juli 1958 seine eigene, wöchentlich erscheinende Heft- Reihe im Bastei-Verlag, die sicherlich auch wegen der in ihr enthaltenen Gast-Serien eine Reihe von Jahren hindurch auf einem relativ hohen Niveau spielte.

Hier sind insbesondere Willy Vandersteens "Bessy" und seine Serie "Ulla und Peter" (= Suske und Wiske) zu nennen, die durch Felix ihren Durchbruch in Deutschland erreichten.

                                                         
Bessy aus Felix Nr. 229
 
 
                         
   
Peter und Ulla aus Felix Nr. 222
         
Weitere Gäste im Felix-Heft waren der kahlköpfige "Henry" von Carl Anderson, "Klein-Eva", die durch eigenwillige Gestik verblüffte, "Fax, der Affe", die Geschichten um den jungen Indianerhäuptling "Silberpfeil" und andere Zeitungsstrips aus dem amerikanischen Markt.
           
 
 
Henry aus Felix Nr. 220
 
Henry aus Felix Nr. 226
           
     
Fax aus Felix Nr. 215
   
   
Klein-Eva aus Felix Nr. 208

Im folgenden möchte ich nun die Hefte zeigen, die mit zum besten gehören, was je in der Felix-Reihe erschienen ist. Es handelt sich dabei um die Hefte, die die Ulla und Peter-Geschichten "Die lackierten Seeräuber" und "Die Knäckeburg" enthalten. Diese Kostbarkeiten der Comicgeschichte wurden leider bis heute in Deutschland nicht nachgedruckt.

 

     
 
 
   
 
 
 
           
Ulla und Peter aus Felix Nr. 219
 
   
 
 
Ulla und Peter aus Felix Nr. 223

Da das Material aus der Feder des genialen Otto Messmers nur begrenzt war, wurden die Geschichten des gewitzten Katers in den deutschen Heften bald von anderen Zeichnern fortgeführt, doch leider hatten diese neuen Geschichten mit der phantasievollen Virtuosität Messmers nichts mehr zu tun. Der Niedergang der Felix-Reihe war langsam, aber unaufhaltsam, da die Qualität der großen Zeit nicht wieder erreicht werden konnte.

Behalten wir den witzigen Kater so in Erinnerung, wie ihn sein Schöpfer uns präsentiert hat und hoffen, dass die erinnernswerten Werke Messmers irgendwann einmal nachgedruckt werden.