1957/01 - 1957/52
 
       
 

Das Jahr 1957 beginnt mit einem Höhepunkt der gesamten Mecki-Reihe: Kokolastro tritt auf - ein Bösewicht, der Mecki im Laufe der Jahre immer wieder heimsuchen soll.

Als (natürlich) Charly Pinguin dem auf einem Jahrmarkt auftretenden Magier "Fauler Zauber!" zuruft, schlägt der Beleidigte zurück: Mecki, Charly und der Schrat werden in Federvieh verwandelt und in eine riesige Flasche gesperrt, in der sie Kokolastro entführt. Sie geraten in einen Sturm und stranden an einer unbekannten Küste Südamerikas, wo sie mit Hilfe des "Zauberwedels" wieder entzaubert werden, Kokolastro ist zunächst verschwunden. Aus Furcht vor dem wütenden Zauberer fliehen sie, müssen ihm aber schließlich sogar seinen Zauberwedel zurückgeben, als er sie als Gegenleistung aus einer ausweglosen Lage befreit.

Ihre Wege trennen sich. Auf einem scheinbar wertlosen Grundstück finden die Freunde Öl und werden reich. Charly und der Schrat bleiben in Südamerika und genießen den Reichtum, Mecki kehrt zu Micki zurück: Bahn frei für das Dream-Team Charly und Schrat! Kokolastro hat mittlerweile Verstärkung durch einen Harpyenadler erhalten und unternimmt immer wieder Attacken gegen die Freunde, um sie aus dem Dschungel. den er beherrscht, zu vertreiben.

Als Charly nach einem solchen Angriff im Urwald notlanden muss, erhält der Schrat bei der Suche nach ihm Unterstützung von Bux und Billa, den Töchtern eines Oberst. Die Spur führt zu den Uruguru-Indianern. Sie erreichen deren Dorf, Charly ist aber anscheinend nicht dort.

Mecki erfährt von Charlys Verschwinden und bricht ebenfalls, begleitet von einer Biberkolonne unter der Leitung des Kolonnenführers Wawranek, zu einer Suchexpedition auf. Sein Versuch scheitert und Mecki beschließt, sich als Kokolastro zu verkleiden, um als Herrscher des Urwalds unbehelligt weiterzukommen. Daraufhin nehmen ihn aber irrtümlich die Urugurus gefangen, die mit Kokolastro verfeindet sind. Der Irrtum wird aufgedeckt und Mecki erfährt, dass Kokolastro seinen Zauberwedel jährlich in eine Quelle tauchen muss, um dessen Kraft zu erneuern. In diese Quelle muss wiederum zuvor ein Stein gelegt werden, den der Adler für Kokolastro von einem Zauberberg holt.

In einem Maya-Tempel kommt es zum großen Finale: Der noch immer verkleidete Mecki gibt vor, Kokolastros Zauberlehrling werden zu wollen, entwendet diesem aber statt dessen mit Hilfe des mittlerweile wieder aufgetauchten Charly den Zauberwedel. Die Urugurus nehmen den Magier gefangen, Mecki entzaubert den ebenfalls gefangenen Harpyenadler, der sich als Kokolastros Bruder entpuppt. Ein Blitz aus heiterem Himmel, begleitet von einem unheimlichen Gelächter, läßt dieüblen Brüder im Nichts verschwinden und aus dem Zauberwedel wird Knolle, das Wurzelmännchen.

Während Mecki wegen seines neuen Buches nach Afrika fliegen muss und er nach diesem Ausflug ebenso wie Charly nach Hause zurückkehrt, bleibt der Schrat in Südamerika und bricht nach Lima auf. In seiner Obhut befinden sich mehrere Beutel voller Gold, die die Freunde als Dank für die Gefangennahme des Zauberers bekommen hatten.

Die Geschichte um den Zauberer Kokolastro ist voller Spannung, Exotik und überraschender Wendungen. Die Zeichnungen von Reinhold Escher sind gewohnt begeisternd, die Texte aber nicht mehr ganz so verspielt wie noch im Vorjahr, was allerdings der Spannung sehr zugute kommt. Beginnt die Geschichte noch ganz in Brauntönen und mit einer Titelleiste in Druckschrift, so ändert sich das im Laufe des Jahres und die Titel werden individuell, der Farbdruck wird zur Regel. Neben der "Großen Nummer" gilt dieses Abenteuer unter Fans noch immer als Sternstunde der Serie - wobei diese Stunde ein ganze Jahr andauerte.

 

 
       
     
     
Kleine Ursache - große Wirkung: Bereits im ersten Bild wird der Grundstein für die Handlung des kompletten Jahres gelegt. Der hier noch etwas klobig wirkende Zauberer wurde von Reinhold Escher im Laufe der Jahre immer weiter verschlankt.
 
     
 
       
   
Das Schlussbild der ersten Seite dieses Abenteuers läßt ahnen, dass diesmal die Spannung das überwiegende Element der Geschichte werden soll. Die Umkehrung einer Alltagssituation in ein fantastisches Abenteuer voller Spannung und Zauberei auf nur einer Seite zieht den Leser sofort in seinen Bann und die Cliffhanger-Technik am Ende der ersten Folge leistet ihr Übriges, um besonders die jungen Leser auf die Ausgabe der nächsten Woche gespannt zu machen.
       
     
             
       
Exotische Umgebungen, farbenfrohe, aquarellierte Zeichnungen, Kostümierungen und Tiere, die wie Menschen agieren und den Leser in fabelhafte Welten begleiten: Markenzeichen von Eschers Mecki-Kosmos (32/1957).
             
     
             
       
Ein weiterer Beleg für die Fähigkeit des Zeichners, Lebensfreude in Bilder zu fassen (33/1957). Man hat Freundschaft geschlossen und schon ist der Schrat in den Stamm der Uruguru-Indios integriert. Da verzichtet selbst er auch mal auf den geliebten Schlafanzug.
             
 
 
             
       
Der Schowdown der großen Widersacher steht bevor (37/1957). Im Schreck wird Kokolastro geradzu zum Strichmännchen - ein die Komik fördernder und gelungener Einsatz überzogener Körpersprache.
                 
         
 
                 
   
Ein Ausdruck von Fabulierfreude: Obwohl es aus der Geschichte heraus keine Notwendigkeit mehr gibt, erfindet Reinhold Escher noch eine kleine Zusatzgeschichte um den Ursprung des Zauberwedels und schafft eine weitere Nebenfigur des Mecki-Kosmos (42/1957).
                 
             
Letzter Update: 23. Januar 2010